Real Estate

New Land Transfer Tax System in Austria: Ups and Downs

The Austrian Constitutional Court has declared the old system of the land transfer tax as contradicting the constitution because the differentiation of the assessment basis being basically the consideration and, in certain transactions where no consideration was given, the taxable value (which is only ca one-tenth of the actual value) is not justifiable. The Parliament has introduced a new law from 1 June 2014 that still uses the taxable value as the basis, but only in transactions with the close family or corporate restructurings (eg, mergers, de-mergers) and in all other transactions, the consideration or the actual value.

Basic concept

The Act on Real Estate Transfer Tax (Grunderwerbsteuergesetz; GrEStG) entered into force for transactions concluded after 31 May 2014 when the old provision expired due to the decision of the Constitutional Court. The Constitutional Court has stated that the Act may not differentiate between transactions against consideration (where the basis for the tax has been the consideration) and transactions without consideration (where the basis has been three times the taxable value) because the taxable value deviates extremely from the actual value of real estate (the taxable value is sometimes only one-tenth of the actual value).

As the Constitutional Court on the other hand allowed that certain persons are subject to a lower tax (eg, the close family), the new law now differantiates between transfers of real estate (by contract, inter vivos or inheritance) within the close family and transfers to other, unrelated parties.

Transfers within the close family

The close family is defined as spouses, registered partners, common law spouses (Lebensgefährte – newly added), parents, children (including stepchildren and adopted children), grandchildren and sons- and daughters-in-law. Now the basis for the calculation of the land transfer tax is three times the taxable value but in no case more then 30% of the actual value, and this basis applies to all transaction within the close family irrespective of the fact that they are against consideration or without consideration. The tax rate is 2% of the basis.

Other transfers

Transfers of real estate outside of the close family are subject to a real estate transfer tax of 3.5% of the consideration. If there is no consideration, or if the consideration is lower then the actual value, then the basis for the tax is the actual value.

The transfer of 100% shares in a company that holds real estate to one buyer and the aggregation of all shares in a company with one shareholder also triggers a land transfer tax. In this case, the basis for the tax of 3.5% is three times the taxable value, but in no case more then 30% of the actual value.

Corporate restructuring

The Act on Taxes in Connection with Restructurings (Umgründungssteuergesetz) has been upheld and still provides that the basis for the land transfer tax is two times the taxable value. This applies inter alia to mergers, de-mergers, conversions of limited liability companies into partnerships or sole shareholder and contributions in kind.

Changes to the old law

The contribution of real estate to private foundations (Privatstiftungen) and transfers to nephews, nieces and siblings are no longer privileged. The tax basis is no longer three times the taxable value but the actual value if such transfers are made without consideration.

On the other hand, contracts within the close family are subject to a lower tax if they are concluded against consideration, because now the basis is not the consideration but three times the taxable value with a cap at 30% of the actual value.

So some transactions are cheaper than in the past, while many are considerably more expensive. With respect to corporate restructuring, the tax benefits have been upheld and the new law does not change the status quo.

Unclear areas

A downside is also the uncertainty as to how the actual value is assessed and whether an evaluation by an expert is necessary to avoid penalties for incorrect assessment and payment of land transfer tax. Furthermore, the new law on the land tansfer tax deviates in details from the act on the registration fee for changes of the owner in the land register. This will certainly lead to mistakes in calculating the land transfer tax and the registration fee (in the past the basis was the same).

The new Act on Land Transfer Tax favours only transactions in the close family and no longer transaction without consideration. The result: Some transfers are cheaper and others more expensive. With respect to corporate restructuring, the situation did not change.

Neues Grunderwerbsteuer-Recht in Österreich: Vor- und Nachteile

Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat das alte System der Grunderwerbsteuer für verfassungswidrig erklärt, weil die die von der grundsätzlich anzuwendenden Gegenleistung als Bemessungsgrundlage abweichende Bemessungsgrundlage des Einheitswerts (der oft nur etwa ein Zehntel des tatsächlichen Wertes beträgt) in Transaktionen, bei denen es keine Gegenleistung gibt, sachlich nicht gerechtfertigt ist. Das Parlament hat mit Wirksamkeit ab 1. Juni 2014 eine neue gesetzliche Regelung eingeführt, die unabhängig von der Frage der Entgeltlichkeit des Geschäfts als Basis den Einheitswert bei Transaktionen unter nahen Verwandten oder bei gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen (etwa Verschmelzungen, Spaltungen) heranzieht, ansonsten jedoch bei allen anderen Transaktionen die Gegenleistung oder den tatsächlichen Wert.

Grundlegendes Konzept

Das neue Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) gilt für Transaktionen nach dem 31. Mai 2014, ab dem die alten Gesetzesbestimmungen sind aufgrund der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes außer Kraft getreten sind. Der Verfassungsgerichtshof hat festgestellt, dass das GrEStG nicht zwischen Transaktionen mit Gegenleistung (wo die Basis für die Steuer die Gegenleistung ist) und Transaktionen ohne Gegenleistung (wo die Basis den dreifachen steuerlichen Einheitswert ist) unterscheiden darf, weil der steuerliche Einheitswert sich beträchtlich vom tatsächlichen Wert einer Immobilie unterscheidet (der steuerliche Einheitswert beträgt manchmal nur ein Zehntel des tatsächlichen Werts).

Da der Verfassungsgerichtshof auf der anderen Seite bestimmten Personen niedrigere Steuern zugesteht (etwa nahen Angehörigen), unterscheidet die neue Regelung nunmehr zwischen Immobilienübertragungen (sowohl unter Lebenden als auch von Todes wegen) zwischen nahen Angehörigen oder zwischen anderen Parteien.

Übertragungen unter nahen Angehörigen

Als nahe Angehörige gelten der Ehegatte, der eingetragene Partner, der Lebensgefährte, sofern die Lebensgefährten einen gemeinsamen Hauptwohnsitz haben oder hatten (die Lebensgefährten wurden neu aufgenommen), einen Elternteil, ein Kind, ein Enkelkind, ein Stiefkind, ein Wahlkind oder ein Schwiegerkind. Grundlage für die Berechnung der Grunderwerbsteuer ist – mit Ausnahme von Land- und Forstwirtschaft – der dreifache Einheitswert, jedoch nicht mehr als 30% des gemeinen Werts. Diese Grundlage wird bei allen Transaktionen unter nahen Angehörigen angewandt, egal, ob es eine Gegenleistung gibt oder nicht. Der Steuersatz beträgt 2% der Bemessungsgrundlage.

Andere Übertragungen

Die Übertragung von Immobilien außerhalb des Kreises der nahen Angehörigen unterliegen einer Grunderwerbsteuer von 3,5% der Gegenleistung. Gibt es keine Gegenleistung oder ist die Gegenleistung niedriger als der gemeine Wert, gilt der gemeine Wert als Basis für die Steuer.

Die Übertragung von 100%-Anteilen einer Gesellschaft, die Immobilien besitzt an einen Käufer sowie die Vereinigung aller Anteile einer Gesellschaft bei einem Gesellschafter löst ebenfalls Grunderwerbsteuer aus. In diesem Fall dient der dreifache steuerliche Einheitswert, maximal jedoch 30 % des gemeinen Werts, als Basis für die 3,5%-Steuer.

Gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung

Das Umgründungssteuergesetz wurde aufrechterhalten und sieht vor, dass als Grundlage für die Grunderwerbsteuer der doppelte steuerliche Einheitswert dienen soll. Das gilt unter anderem für Verschmelzungen, Spaltungen, Umwandlungen einer GmbH in offene Gesellschaften sowie auf den Alleingesellschafter und Einbringungen.

Änderungen gegenüber der früheren Gesetzeslage

Die Einbringung von Immobilien in Privatstiftungen sowie die Übertragung an Neffen, Nichten und Geschwister sind nicht mehr privilegiert. Als Steuerbemessungsgrundlage dient nicht mehr der dreifache steuerliche Einheitswert, sondern der gemeine Wert, falls eine Übertragung ohne Gegenleistung erfolgt.

Andererseits kommt es bei Verträgen mit Gegenleistung unter nahen Angehörigen zu einer geringeren Steuerbelastung, weil die Berechnungsgrundlage jetzt nicht mehr die Gegenleistung, sondern der dreifache steuerliche Einheitswert ist mit einer Begrenzung auf 30% des gemeinen Werts ist.

Manche Transaktionen sind also billiger als in der Vergangenheit, während andere wesentlich mehr kosten. Hinsichtlich der gesellschaftsrechtlicher Umstrukturierungen sind die steuerlichen Begünstigungen gleich geblieben und das neue Gesetz ändert nichts am status quo.

Unklarheiten

Ein Nachteil ist die Unsicherheit, wie der gemeine Wert berechnet wird und ob die Schätzung durch einen Sachverständigen nötig ist, um Strafen für die falsche Berechnung und Bezahlung der Grunderwerbsteuer zu vermeiden. Weiters weicht das neue Gesetz zur Grunderwerbsteuer in Einzelheiten vom Gesetz über die gerichtlichen Eintragungsgebühren im Grundbuch ab. Dies wird bestimmt zu Fehlern beim Errechnen der Grunderwerbsteuer und der Eintragungsgebühr führen (in der Vergangenheit wurde die selbe Bemessungsgrundlage angewandt).

Das neue Grunderwerbsteuergesetz begünstigt lediglich Transaktionen unter nahen Angehörigen, Transaktionen ohne Gegenleistung sind nicht mehr von der Begünstigung erfasst. Das Ergebnis: Einige Übertragungen werden billiger, andere teurer. Bei gesellschaftsrechtlichen Umstrukturierungen hat sich die Situation nicht verändert.